Die Weichkorallenfamilie Primnoidae: Ein mythologischer Name aus der Tiefe der Meere

Wissenschaft, Forschung, Technik | Holger Fischer
Die Weichkorallenfamilie Primnoidae: Ein mythologischer Name aus der Tiefe der Meere

Die Familie der Primnoidae

Die Familie der Primnoidae stellt eine faszinierende Gruppe von Weichkorallen dar, die in allen Weltmeeren – von flachen Küstenregionen bis in die dunklen Tiefen des Meeresbodens – vorkommt. Diese achtstrahligen Blumentiere (Anthozoa) bilden kolonieartige Strukturen aus zahlreichen Einzelpolypen und zeichnen sich durch ihre aufrechte, oft baumartig verzweigte Wuchsform aus. Im Gegensatz zu den riffbildenden Steinkorallen besitzen die Primnoidae kein massives Calciumcarbonat-Skelett, sondern eine flexible, aus Kalzit und hornartigem Gorgonin bestehende Achse, die ihnen Stabilität verleiht. Besonders Tiefseearten wie Primnoa pacifica, auch „Rote Baumkoralle“ genannt, bilden dichte Dickichte, die als Schlüsselhabitate für benthische Ökosysteme fungieren und zahlreichen Fischarten und Krebstieren Schutz, Nahrung und Brutstätten bieten.

Mythologische Namensgebung: Prymno, die Okeanide

Der wissenschaftliche Name Primnoidae leitet sich direkt von Prymno, einer Okeanide der griechischen Mythologie, ab. Prymno war eine der zahlreichen Töchter des Meeresgottes Okeanos und der Göttin Tethys. Ihr Name bedeutet „die am Bergfuß Geborene“ (altgriechisch: Πρυμνώ). Die Namensverbindung zwischen dieser mythischen Gestalt und der Korallenfamilie verdeutlicht die enge Beziehung zwischen antiker Mythologie und moderner biologischer Taxonomie – ein Zeichen dafür, wie tief die antiken Kulturen die Naturwahrnehmung bis heute prägen.

Hinweis / Quellen

Die Webseite bestätigt diese Herkunft und betont ausdrücklich: „Das Wort Primnoidae leitet sich von der Okeanide Prymno ab.“ Die Seite verweist dabei auf klassische Quellen wie Hesiods Theogonie, in der die Okeaniden als kosmische Urwesen beschrieben werden, sowie auf moderne wissenschaftliche Arbeiten, die neue Arten innerhalb dieser Familie beschreiben, wie beispielsweise Isozoanthus primnoidus.

Ökologische Bedeutung und Schutzbedarf

Primnoidae-Korallen, insbesondere Tiefseepopulationen, wachsen äußerst langsam – Studien zeigen axiale Wachstumsraten von nur 1,6 bis 6,4 cm pro Jahr. Einige Kolonien erreichen ein Alter von über 100 Jahren. Aufgrund ihrer langen Lebensdauer und langsamen Regeneration sind sie besonders anfällig für menschliche Eingriffe, wie beispielsweise die Grundschleppnetzfischerei. Zudem stellt die Ozeanversauerung eine zunehmende Gefahr dar, weil sie die Bildung ihrer kalzitischen Skelette beeinträchtigen kann.

Fazit

Die Primnoidae verkörpern eine beeindruckende Verbindung aus biologischer Vielfalt, ökologischer Bedeutung und kultureller Symbolik. Ihr Name, inspiriert von der Okeanide Prymno, erinnert daran, dass die Meere seit jeher eine Quelle von Mythen und wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn sind.

Für mehr Mythologie, besuchen Sie auch die Seite griechische Mythologie und Antike >>
Für den Inhalt des Artikels ist allein der Verfasser/Pressekontakt verantwortlich. devAS.de (Betreiber dieser Webseite) distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen.
31. Januar 2026 | ID: 5917 | Artikel löschen |

Holger Fischer

Holger Fischer
Compesmühlenweg 129
41065 Mönchengladbach
Deutschland

webmaster@info-allerlei.de
https://www.mythologie-antike.com/

Holger Fischer
Compesmühlenweg 129
41065 Mönchengladbach
Deutschland

webmaster@info-allerlei.de
https://www.mythologie-antike.com/
S-IMG

Weiteres aus "Wissenschaft, Forschung, Technik"