Die Mythenwelt der Rebe trifft auf die Wissenschaft: Ampelographie
Von der Mythologie des Ampelos zur genetischen Identifikation von Rebsorten
Eine faszinierende Verbindung aus antiker Mythologie und moderner Wissenschaft präsentiert sich in der Ampelographie, der Wissenschaft der Rebsorten. Die Geschichte der Rebe beginnt nicht nur im Weinberg, sondern reicht tief in die griechische Mythologie zurück. Laut Überlieferung entsprang aus dem Leib des bei der Jagd getöteten Satyrn Ampelos die erste Weinrebe. Sein Gefährte, der Gott Dionysos >>, pflanzte die Rebe zunächst in einen Vogelknochen, später in einen Löwen- und schließlich in einen Eselsknochen, um sie überall hin mitnehmen zu können – ein Symbol für die Wanderung des Weins durch die Welt.
Önologie
Heute ist die Ampelographie ein zentraler Teil der Önologie, die sich mit der Klassifizierung, Beschreibung und Identifikation von Rebsorten beschäftigt. Der Begriff leitet sich vom altgriechischen ampelos (Weinstock) ab und wurde erstmals 1661 vom Botaniker Philipp Jakob Sachs von Löwenheim geprägt, der sein Werk Ampelographia nannte. Während frühe Ampelographen sich vor allem auf äußere Merkmale wie Blattform, Traubenstruktur und Reifezeit konzentrierten, hat sich die Wissenschaft im Laufe der Zeit maßgeblich weiterentwickelt.
DNA-Analysen
Moderne Ampelographie setzt heute auf DNA-Analysen und genetische Fingerabdrücke, um die Abstammung von Rebsorten zu klären und Identifikationsprobleme zu lösen. Die Methode der Mikrosatelliten-Analyse, seit 1995 verfügbar, ermöglicht eine eindeutige Unterscheidung von Sorten, auch wenn sie sich äußerlich ähneln. Trotz der Fortschritte sind bis heute nicht alle Verwandtschaftsbeziehungen geklärt – ein Beweis für die Komplexität der Rebenwelt.
Blütezeit
Die Blütezeit der Ampelographie im 19. Jahrhundert brachte wegweisende Werke wie das siebenbändige Ampélographie von Victor Vermorel und Pierre Viala oder das Werk von Giuseppe di Rovasenda mit über 3.600 beschriebenen Sorten. Heute sind internationale Standards wie die des OIV und UPOV verbindlich, um eine einheitliche Beschreibung der Rebsorten zu gewährleisten.
Hamadryade Ampelos
Die Wissenschaft der Ampelographie vereint also antike Mythen mit moderner Forschung – von der Hamadryade Ampelos >>, die im Weinstock lebt, bis hin zu den präzisen DNA-Profilen, die die Identität einer Rebsorte für immer festlegen. Die Geschichte der Rebe ist somit nicht nur eine Geschichte des Weins, sondern auch eine Geschichte der Wissenschaft.
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28. Januar 2026 | ID: 5873 | Artikel löschen |
Holger Fischer
Holger Fischer
Compesmühlenweg 129
41065 Mönchengladbach
Deutschland
webmaster@info-allerlei.de
https://www.mythologie-antike.com/
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