SCCON 2026 – Fraunhofer IGD: KI-gestützte Stadt- und Regionalplanung

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SCCON 2026 – Fraunhofer IGD: KI-gestützte Stadt- und Regionalplanung

KI und Geodaten machen Flächenpotenziale systematisch sichtbar

Baulücken, Nachverdichtungsflächen und weitere Entwicklungspotenziale sind vielerorts vorhanden, aber häufig nicht systematisch erfasst. Das Fraunhofer IGD verbindet Künstliche Intelligenz mit amtlichen Geodaten, um solche Potenziale automatisiert zu identifizieren und für Stadt-, Regional- und Landesplanung aufzubereiten.

Wohnraumbedarf, begrenzte Flächen und der Anspruch, zusätzliche Flächenversiegelung zu reduzieren, stellen Kommunen und Länder vor große Herausforderungen. Gleichzeitig sind Baulücken, Nachverdichtungsflächen, Brachen oder andere Entwicklungspotenziale häufig nur mit erheblichem manuellem Aufwand zu identifizieren. Hinzu kommen begrenzte personelle Ressourcen in den Verwaltungen.

Automatisierte Vorauswahl unterstützt die Planung

Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelt skalierbare Lösungen, mit denen sich Flächenpotenziale automatisiert erfassen und für Planungsprozesse aufbereiten lassen. Künstliche Intelligenz übernimmt dabei beispielsweise die visuelle Erstidentifikation anhand von Luft- oder Orthophotos. Die Ergebnisse werden anschließend mit amtlichen Geodaten verknüpft und GIS-basiert aufbereitet. So entstehen nachvollziehbare und aktualisierbare Datengrundlagen, die sich in bestehende GIS- und Planungssysteme integrieren lassen.

„Viele Städte verfügen bereits über umfangreiche Geodatenbestände, deren Potenzial bislang nur teilweise genutzt wird“, sagt Dr. Eva Klien, Bereichsleitung Infrastruktur und Public Services am Fraunhofer IGD. „Unsere Lösung zeigt, wie sich diese Daten automatisiert auswerten lassen, um Wohnraumpotenziale im Bestand sichtbar zu machen und Planungsprozesse effizient zu unterstützen.“

Von Baulücken bis zu Aufstockungspotenzialen

Bei der Innenentwicklung können KI-Modelle beispielsweise Luftbilder auswerten und Freiflächen innerhalb von Grundstücken identifizieren. Ergänzend lassen sich 3D-Laserscandaten nutzen, um Gebäudehöhen mit der umgebenden Bebauung zu vergleichen und mögliche Aufstockungspotenziale zu erkennen. Die Ergebnisse können als Kartenlayer, Datensätze oder 3D-Visualisierungen für die weitere fachliche Bewertung bereitgestellt werden.

Die Verfahren sind dabei nicht auf einzelne Kommunen beschränkt. Für ein landesweites Potenzialflächenkataster in Sachsen-Anhalt entwickelte das Fraunhofer IGD eine skalierbare KI-Pipeline, die digitale Orthophotos analysiert und die Ergebnisse mit ALKIS-, ATKIS- und Raumordnungsdaten verknüpft. Damit entsteht eine einheitliche und reproduzierbare Datengrundlage für die Identifikation von Flächenpotenzialen.

KI unterstützt – die fachliche Entscheidung bleibt beim Menschen
Die automatisierte Analyse ersetzt keine fachliche oder rechtliche Einzelfallprüfung. Bau- und planungsrechtliche Vorgaben, Eigentumsverhältnisse, politische Priorisierungen oder bautechnische Bewertungen bleiben Aufgabe der zuständigen Stellen. Die KI liefert eine qualifizierte Vorauswahl und hilft, relevante Flächen aus großen Datenbeständen herauszufiltern.

Das Fraunhofer IGD ist auf der Smart Country Convention in Berlin mit dem Thema vertreten. Interessierte finden das Institut in Halle 27, Stand 404.

Weiterführende Informationen:

- Wohnraumpotenziale systematisch erfassen und nutzbar machen - Fraunhofer IGD: https://www.igd.fraunhofer.de/de/branchen/infrastruktur-und-public-services/infrastruktur/wohnraumpotenziale-systematisch-erfassen-und-nutzbar-machen.html

- Künstliche Intelligenz beschleunigt Potenzialflächenanalyse - Fraunhofer IGD: https://www.igd.fraunhofer.de/de/media-center/kundenmagazin/kuenstliche-intelligenz-beschleunigt-potenzialflaechenanalyse.html

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Fraunhofer IGD auf der SCCON
13.-15.Oktober

Fraunhofer-Gemeinschaftsstand
Halle 27, Stand 404

(Bildquelle: Fraunhofer IGD)
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06. Oktober 2026 | ID: 12548 | Artikel löschen |

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Über das Fraunhofer IGD:
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD setzt seit über 30 Jahren Standards im Visual Computing, der bild- und modellbasierten Informatik. Die rund 260 Mitarbeitenden des Fraunhofer IGD unterstützen Unternehmen und Institutionen der Branchen Manufacturing and Mobility, Gesundheit und Pflege, Bioökonomie, Infrastruktur und Public Services sowie Maritime Wirtschaft. Das Fraunhofer IGD bietet konkrete technologische Lösungen und hilft bei der strategischen Entwicklung. Die Forscherinnen und Forscher betreiben Problemanalyse, konzipieren Soft- und Hardwaresysteme, entwickeln Prototypen und realisieren und implementieren visuell-interaktive Systeme. Schwerpunkte sind Mensch-Maschine-Interaktion, Virtual und Augmented Reality, künstliche Intelligenz, interaktive Simulation, Modellbildung sowie 3D-Druck und 3D-Scanning. Das Fraunhofer IGD betreibt seit 1987 Spitzenforschung und begleitet an seinen zwei Standorten Darmstadt und Rostock den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel mit anwendungsorientierten Lösungen.
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