Entsteht die nächste Chip-Generation in Deutschland?

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Entsteht die nächste Chip-Generation in Deutschland?

(Berlin/Frankfurt im Februar 2026) Die digitale Welt hat uns weit gebracht. Doch sie stößt zunehmend an Grenzen. Je leistungsfähiger Computer werden, desto höher ist ihr Energieverbrauch. Rechenzentren wachsen, KI-Modelle explodieren in ihrer Komplexität - und der Strombedarf steigt schneller als die Effizienzgewinne. Muss Rechnen also immer digital sein?

Ein deutsches Deep-Tech-Unternehmen gibt darauf eine überraschende Antwort - mit einer Technologie, die manche bereits als "Rocket Science made in Germany" bezeichnen.

Die anabrid GmbH mit Sitz in Berlin sowie weiteren Standorten in Frankfurt und Ulm entwickelt Analog-Digital-Hybrid-Computer. Analoge Systeme rechnen nicht in Nullen und Einsen, sondern bilden physikalische Prozesse direkt ab. Was digital viele Rechenschritte erfordert, geschieht analog in einem kontinuierlichen Vorgang. Das ist ein Paradigmenwechsel. Denn viele reale Probleme - von Regelkreisen über Simulationen bis hin zu Echtzeitsystemen - sind selbst analog. Sie lassen sich mit analogen Recheneinheiten erheblich schneller und energieeffizienter lösen.

Weltweit führend im analogen Computing

Die Rechensysteme des Unternehmens kommen derzeit vor allem in Forschung und Lehre zum Einsatz, wo komplexe dynamische Systeme modelliert und in Echtzeit simuliert werden. Weltweit haben sich inzwischen rund 175 Universitäten, vor allem in den USA, für diese Systeme entschieden und werden dort genutzt. Damit gilt anabrid heute als einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich moderner analoger Rechner. Auch für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Ulm wurde ein Analogrechner entwickelt, der bereits die Lücke zwischen digitalen Rechnern und Quantencomputing schließt.

Das Unternehmen kombiniert die Leistung analoger Computer mit der Zugänglichkeit digitaler Systeme. Der 2024 vorgestellte Hybridcomputer "Lucidac" ist bei bestimmten Problemklassen um ein Vielfaches schneller als klassische digitale Rechner. Die derzeit in Tests befindliche dritte Generation des analogen Chips steigert diese Geschwindigkeit nochmals um den Faktor 1.000.

Disruption in der Chip-Entwicklung

Doch die eigentliche Disruption steckt in der Entwicklung und Fertigung eines programmierbaren Mikrochips. Der Chip enthält neuartige analoge CMOS-Bausteine und ist darauf ausgelegt, komplexe dynamische Systeme in Echtzeit abzubilden - bei minimalem Energieverbrauch. Das Interesse kommt aus Bereichen, in denen digitale Systeme zunehmend an ihre Grenzen stoßen: Industrieautomation, Robotik, Sensorik, Simulation oder energieeffiziente KI-Anwendungen im Bereich Edge Computing.

Build Your Own Chip

Mit diesem programmierbaren Hybridchip führt das Unternehmen zugleich ein neues Paradigma ein: Unternehmen sollen ihre Rechenarchitektur künftig selbst gestalten können.

Unter dem Konzept "Build Your Own Chip" (BYOC) lässt sich der analoge Kern individuell konfigurieren und in digitale Systeme integrieren. Damit entsteht eine flexible Hybridplattform, die sich exakt an branchenspezifische Anforderungen anpassen lässt - von industriellen Regelkreisen über Medizintechnik bis hin zu autonomen Systemen. Die Vorteile sind messbar: drastisch reduzierte Rechenzeiten bei bestimmten dynamischen Problemklassen, deutlich geringerer Energiebedarf, kompaktere Bauformen und ein reduzierter CO2-Fußabdruck. Die Pilotphase läuft bereits. Die Markteinführung ist für Ende des Jahres vorgesehen.

Baustein einer souveränen Mikroelektronik

In einer Zeit, in der Deutschland und Europa im Rahmen ihrer Mikroelektronik-Strategie verstärkt auf technologische Souveränität und eigene Chipkompetenz setzen, bekommt dieser Ansatz zusätzliche Bedeutung. Er setzt ein radikales industriepolitisches Signal: Hybridchips "made in Germany" stehen nicht nur für Schnelligkeit und Effizienz, sondern für strategische Handlungsfähigkeit. Es entsteht ein alternatives Modell für Computing - kompakt und souverän. Vielleicht liegt der nächste Fortschritt im Computing deshalb nicht im immer größeren Rechenzentrum, sondern im intelligenteren Chip. Und der könnte künftig aus Berlin kommen.

(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
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24. Februar 2026 | ID: 6204 | Artikel löschen |

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Die anabrid GmbH mit Sitz in Berlin, dazu Standorte in Frankfurt/M. und Ulm, entwickelt analoge und analog-digital-Hybrid-Computerchips für energieeffiziente Hochleistungsanwendungen. Das Unternehmen verbindet die physikalische Direktheit analoger Rechenkerne mit der Flexibilität digitaler Steuerlogik und schafft so leistungsfähige Hybridarchitekturen für Industrie, Forschung und spezialisierte Echtzeitsysteme.
Mit bislang rund 175 installierten analogen Rechensystemen - unter anderem an zahlreichen Universitäten in den USA - zählt anabrid zu den weltweit führenden Anbietern im Bereich moderner analoger Rechnerlösungen.
Der 2024 vorgestellte Hybridcomputer "Lucidac" sowie die aktuell getestete neue Chipgeneration ermöglichen bei bestimmten dynamischen Problemklassen erhebliche Geschwindigkeits- und Effizienzvorteile gegenüber rein digitalen Architekturen.
Unter dem Ansatz "Build Your Own Chip" (BYOC) entwickelt das Unternehmen derzeit einen programmierbaren Hybridchip, der individuell konfigurier- und in bestehende digitale Systeme integrierbar sein wird.
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