Schweizer Studie: 63 % würden für flexible Arbeitsmodelle kündigen
Schweizer Unternehmen, die weiterhin auf strenge Präsenzpflichten oder unflexible Arbeitszeitmodelle setzen, riskieren erhöhte Fluktuation, Produktivitätsverluste und sinkende Arbeitgeberattraktivität. Das geht aus einer aktuellen Erhebung unter mehr als 2.000 Fach- und Führungskräften hervor. Das markiert einen deutlichen Wandel in der Schweizer Arbeitswelt: Arbeitsflexibilität hat sich von einem attraktiven Benefit zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor entwickelt.
Die Studie stammt vom Schweizer Recruiting-Spezialisten Rocken und basiert auf Antworten von mehr als 2.000 Teilnehmenden aus den Bereichen IT, Technik, BWL und Healthcare. Die Ergebnisse fallen klar aus – und teils überraschend.
Flexibilität als strategischer ErfolgsfaktorDie Ergebnisse verdeutlichen den strukturellen Wandel der Schweizer Arbeitswelt: Flexible Arbeitsmodelle sind heute ein entscheidender Hebel für Talentgewinnung, Bindung und organisationale Resilienz. Besonders ausgeprägt ist die hohe Wechselbereitschaft jüngerer Fachkräfte – jener Zielgruppe also, die künftig Schlüsselpositionen besetzen wird.
Regionale Unterschiede zeigen zudem, wie differenziert Arbeitsmodelle gedacht werden müssen: Während Remote Work in städtischen Regionen stärker verankert ist, steigt im ländlichen Raum der Wunsch nach Gesundheits- und Zusatzleistungen.
„Wir waren selber etwas überrascht von der Deutlichkeit der Ergebnisse“, sagt Rocken-CEO Toni Zeciri. „Denn die Daten zeigen klar: Flexibilität ist kein Nice-to-have mehr, sondern ein Hygienefaktor. Unternehmen, die hier nicht nachziehen, verlieren vor allem jene Leistungsträger, die für Transformation und Innovationskraft entscheidend sind.“ Zeciris Empfehlung an Schweizer Unternehmen: „Investiert in die digitale Infrastruktur. Wir erkennen einen nahezu universellen Wunsch nach besseren digitalen Tools und Prozessen. Flexible Modelle funktionieren nur dann nachhaltig, wenn die digitale Infrastruktur sie aktiv unterstützt.“
Implikationen für UnternehmenRocken identifiziert drei zentrale Handlungsfelder:
1. Flexibilität strategisch verankern – nicht nur als Benefit, sondern als Bestandteil der Arbeitsphilosophie.
2. Digitale Infrastruktur modernisieren, um produktives Arbeiten unabhängig vom Ort zu ermöglichen.
3. Middle Management befähigen, da diese Gruppe Transformationsprozesse operativ trägt und zugleich besonders sensitiv auf Benefit-Strukturen reagiert.
(Bildquelle: @ Sara Burgermeister)
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30. Juni 2026 | ID: 9886 | Artikel löschen |
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