Natürlich schön
Das Bad bekommt Kurven. Wo bislang klare Kanten und strenge Geometrien dominierten, ziehen jetzt organisch geformte Waschtische, geschwungene Wannen und weich gezeichnete Armaturen ein. Dazu helle Naturtöne und heimelige Oberflächen, Anklänge an Sand und Stein, viel Holz und warme Materialien – fertig ist der Spa-Look für daheim.
Keine harten Kanten, keine lauten Kontraste: Das Bad entdeckt seine sanfte Seite. Sanitärkeramik, Möbel und Armaturen haben dabei längst ihre funktionalen Nebenrollen abgelegt und bestimmen nun den Charakter des Raumes. Formensprache, Farbnuancen und Lichtakzente verändern die Badgestaltung und machen aus dem funktionalen Bad einen wohnlichen Rückzugsort mit Spa-Charakter.
Der Trend im Sortiment geht immer mehr weg von Hochglanzweiß – hin zu warmen, matten Tönen. Darunter auch Minttöne, Salbeigrün und aktuell hoch im Kurs: die Farbe namens Morning Green. „Natürlichkeit ist gefragter denn je. Farblich dominieren sanfte Erdtöne, Braun und Beige genau wie Sand, Taupe, Terrakotta und Terrazzo“, sagt Andrea Hertzer. Sie leitet in Böblingen die 2.400 Quadratmeter große Designbadausstellung von REISSER. In mehr als 70 Kojen können hier die Kunden verschiedene Bäder, Stilrichtungen und Designs begutachten und auswählen.
Das Bad wird weicher. Nach geradlinigen, streng geometrischen Konzepten gewinnen fließende Konturen, gerundete Kanten und natürlich anmutende Oberflächen an Bedeutung. Helle Stein- und Marmoroptiken, warme Cremetöne und zurückhaltende Holzoberflächen schaffen eine Atmosphäre, die Ruhe vermittelt. Sanfte Pastellfarben gehen Hand in Hand mit den verwendeten Naturmaterialien. So wird eine einladende Atmosphäre geschaffen, zunehmend gestaltet mit Quarz-, Beton-, Stein- oder Holzoptiken. „Dabei geht es nicht um dekorative Natürlichkeit, sondern um ein konsequent gestaltetes Zusammenspiel von Architektur und Sanitärausstattung. Waschtisch, Wanne, Möbel und Armatur greifen Formen und Materialien des Raumes auf und verschmelzen zunehmend zu einem Gesamtbild.“
Rund statt streng
Besonders deutlich zeigt sich der Naturtrend bei der Sanitärkeramik: Ovale Becken, weich gerundete Waschtische und freistehende Badewannen lösen harte Kanten ab. Die organischen Formen wirken weniger technisch und unterstützen den wohnlichen Charakter des Bades. Bei großzügigen Waschtischen sorgen sanfte Radien dafür, dass massive Materialien optisch leichter erscheinen. Helle Keramik oder mineralische Oberflächen wie beispielsweise Mineralguss oder Corian (der aus Mineralien und Acrylharzen hergestellte Kunststein) verstärken diese Wirkung zusätzlich.
Fließende und sanfte Linien, helle Naturtöne und weiche Texturen sorgen im Bad für traumhaftes Spa-Feeling. Der Baderaum erscheint leicht, natürlich und harmonisch. Marmoroptiken und helle Hölzer sorgen für Behaglichkeit. Nicht nur bei der klassischen Sanitärkeramik, sondern auch bei neuartigen Verbundwerkstoffen und solchen Materialien, die eine Oberflächenveredelung oder -beschichtung besitzen, ergänzt Mattweiß als stimmige Grundlage das Sortiment.
Matte Farben erfreuen sich bei der Sanitärkeramik zunehmender Beliebtheit, so dass einige Hersteller nachgezogen sind – die Auswahl steigt. Zusammen mit metallisch matten Armaturen eröffnet sich ein ästhetisches Spannungsfeld. Hertzer: „Das ist keine Modeerscheinung mehr, sondern hat sich als neuer Standard etabliert. Besonders harmonisch und edel wirken gebürstete Metalloberflächen sowie warme Bronze- und zurückhaltende Messingtöne.“
Die Armatur ist relevanter Teil der neuen Formensprache. Schlanke Ausläufe, sanfte Rundungen und zurückhaltende Oberflächen passen sich dem Gesamtbild an, anstatt bewusst technische Kontraste zu setzen. Ob Brushed Bronze, Gun Metal, gebürstetes Rotgold oder eine Armatur in Kupferoptik: Das bringt Tiefe in helle Badkonzepte, ohne deren ruhige Wirkung zu unterbrechen.
Badmöbel bringen Wärme
Einmal Wellness, bitte: Badmöbel werden zunehmend wohnlicher interpretiert. Helle Holzdekore, matte Fronten und abgerundete Kanten nehmen dem Raum seine klassische Sanitäranmutung. Waschtischunterschränke wirken dabei wie Möbelstücke und bieten den notwendigen Stauraum. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit den übrigen Flächen: Sand, Beige, Creme und helle Steintöne lassen sich besonders gut mit Holz kombinieren und erzeugen einen natürlichen, aber dennoch hochwertigen Eindruck. Badmöbel aus Echtholz haben nach wie vor eine große Fanbase. Hertzer: „Das sehr ästhetische und natürliche Material hat viele Liebhaber. In Kombination mit einer schönen Aufsatzwaschschale verkaufen wir das immer häufiger auch in Gästebäder.“
Damit verändert sich auch die Aufgabe des SHK-Fachhandwerks. Neben Funktion und Installation wird die gestalterische Abstimmung immer wichtiger: Welche Keramik passt zur Form der Wanne? Welche Armaturenoberfläche ergänzt das Möbel? Und wie lassen sich Materialien so kombinieren, dass ein harmonisches Ganzes entsteht? Der Spa-Gedanke beeinflusst auch die Raumplanung. Großzügige, bodengleiche Duschen, freistehende Wannen und möglichst ruhige Wandflächen lassen das Bad offener erscheinen. Technik tritt optisch zurück, während Materialien und Formen stärker in den Vordergrund rücken.
Vom Badezimmer zum Spa
Fachhandwerker orientieren sich zunehmend am Wohnraum ihrer Kunden und können so gut einschätzen, in welche Richtung sie beraten. REISSER ist mit seinem Motto „Dein Bad statt ein Bad“ dabei ein wertvoller Partner. „Stimmig planen, die Gestaltungsmöglichkeiten nutzen und die Vielfalt in Balance bringen – so wird aus dem Bad eine Wellness-Oase. Das Gesamtkonzept ist entscheidend – und dafür braucht es etwas Einfühlungsvermögen“, weiß Andrea Hertzer. Wer den Flagshipstore von REISSER in Böblingen oder eine der anderen 35 Design-Badausstellungen des SHK-Profis besucht, findet nicht nur jede Menge Inspiration für die individuelle Badgestaltung. Die Experten beraten und begleiten die Kunden sowohl bei der Produktauswahl als auch der Bemusterung.
„In den Gesprächen zeigen manche Kunden Bilder von ihrem Wohnraum. Sehe ich ein urgemütliches Sofa mit Zierkissen und Parkett? Oder polierte Marmorfliesen nebst Vitrinen und Glasschalen? So lerne ich den Geschmack besser kennen und überlege, was damit harmoniert.“ Sie sieht ihre Aufgabe in der Badberatung durchaus auch darin, Entscheidungen in Frage zu stellen und Ideen auszubalancieren. „Ich schaue genauer hin, was dem Kunden gefällt und was auch langfristig zu ihm passt. Ziel ist das perfekte Badezimmer für diesen Menschen – dafür gibt es kein einzelnes Rezept, keinen Standard, nichts von der Stange.“
Organisch und natürlich, warm und einladend, harmonisch und mitunter minimalistisch – aber immer mit Wohlfühlcharakter: So natürlich wie möglich, das ist der Grundgedanke bei dieser Stilrichtung. Natürlichkeit im Bad bedeutet heute weit mehr als nur Holzoptik und Beige. Sie zeigt sich vor allem in fließenden Linien, ausgewogenen Proportionen und einer Ausstattung, die Ruhe ausstrahlt. So entsteht aus dem Badezimmer ein persönlicher Rückzugsort – reduziert, warm und angenehm unaufgeregt.
(Bildquelle: Reisser)
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06. Oktober 2026 | ID: 12546 | Artikel löschen |
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